Das Evangelische Gemeindezentrum Lützelsachsen

Das Gemeindezentrum mit dem Pfarrhaus, dem Kindergarten und dem Gemeindehaus befindet sich in der Kurpfalzstraße 4, ca. 80 m östlich der Kirche.
 

Quelle: Architekt

1990 wurde das evangelische Gemeindezentrum eingeweiht. Es gibt den vielen Gruppen der Kirchengemeinde Raum, sich zur lebendigen Gemeinde zusammenzufinden.

Das neue Gemeindezentrum, ein Haus gegen das Auseinanderlaufen der Gemeinde

"Mit der Initiative zum Bau eines neuen Gemeindezentrums" - so formulierte Pfarrer Hans-Michael Uhl bei der Grundsteinlegung am 25.6.1989 - "will die Kirchengemeinde der seit vielen Jahren bestehenden Raumnot begegnen". Im Pfarrhaus stand nur ein einziger Raum (Konfirmandensaal) zur Verfügung, der buchstäblich für Kirchenmusiker, Frauenverein, Unterrichtszwecke und Aktivitäten der zahlreichen Gesprächskreise aus allen Nähten platzte. Für die Pfadfinder wurde eine alte, gebrauchte Holzbaracke, "die Oase im Schatten der Kirche", als Stammessitz-Provisorium im Kirchhof wieder hergerichtet. Bei größeren Veranstaltungen mussten sich die Gemeindegruppen die Aula der Grundschule mit allen Ortsvereinen teilen. Dieses räumliche Auseinanderdriften und der wachsende Raumbedarf durch viele neue Aktivitäten, die auf lebhafte Resonanz stießen, seitdem die Lützelsachsener Kirchengemeinde 1985 einen eigenen Pfarrer hatte, überzeugten endlich auch den Oberkirchenrat in Karlsruhe, grünes Licht für den Bau eines Gemeindezentrums zu geben. Bereits 1975 war eine solche Anfrage gestellt worden.

Der finanzielle Rahmen war aufgrund der zunehmenden Finanznot der Landeskirche sehr eng und führte zum 5-maligen Umdenken der Planung. 900.000 DM (57%) musste die Kirchengemeinde als Eigenmittel aufbringen; 150.000 DM (9%) Zuschuss erhielt sie von der Landeskirche zusammen mit einem Darlehen von 550.000 DM (34%). Diese hohe Kostenlast konnte die Kirchengemeinde nur wagen, weil sie jahrzehntelang Mittel für den lang gehegten Wunsch eines eigenen Gemeindehauses fleißig angespart hatte, weil das vorhandene Grundstück an die Pflege Schönau verkauft wurde und dem Gemeindebauverein viele großzügige Sach- und Geldspenden zuflossen.

Die Anschlussbebauung an die vorhandenen Gebäude Kindergarten und Pfarrhaus auf einem Hanggelände inmitten eines Wohngebietes war eine große planerische Herausforderung an den Architekten Jürgen Panchyrz. Sein Grundkonzept fand Zustimmung: es sollte ein aufgelockertes Gesamtbild durch vier verschiedene miteinander verbundene Teilgebäude (Saal; Bühnenanbau; Vorhaus mit Jugendräumen und Küche/Gruppenraum; Eingangsgebäude mit Sanitärräumen, Garderobe und Treppenhaus) entstehen. Durch unterschiedliche Giebelhöhen wuchsen die verschiedenen Gebäude mit der vorhandenen Bausubstanz zu einer städtebaulich gelungenen Einheit zusammen, die sich harmonisch in die Umgegend eingliedert.

Am 28.4.1989 erfolgte der erste Spatenstich. In einer Feierstunde machte Pfarrer Uhl deutlich, dass "die Kirche zu den Menschen gehen müsse. Der Gemeinde soll Raum gegeben werden, lebendige Gemeinde in Christus zu sein". Auf dem Baugelände, das so lange Zeit ein beliebter Spielplatz für Kinder war, musste u.a. auch ein alter Birnbaum weichen, um Platz für das Pfadfinderhaus zu schaffen. Dieser Stamm wurde in Bretter zersägt. Der Künstler Franz Bernhard hat aus diesem Birnbaumholz ein neues Kreuz für die renovierte Kirche angefertigt.

Bei der Grundsteinlegung am 25.6.1989 wurde eine Kupfertrommel zugelötet, in der Bau- und Zeitdokumente hinterlegt sind. Zusammen mit dem Grundstein mit der Jahreszahl 1989 wurde sie in die nördliche Saalwand eingemauert.

Ohne einen Bauunfall konnte das Gemeindezentrum fertiggestellt werden. Mit einem Festgottesdienst wurde es am 2. September 1990 eingeweiht. "Das Haus ist gebaut, der Aufbau der Gemeinde aber geht weiter", dazu ermutigte Oberkirchenrat Schneider. Über ein lichtes, großzügiges Eingangshaus mit breiten Treppen kommt man zu dem großen Saal (196 m², 200 Sitzplätze an Tischen), der durch seine offene, tragende Dachbalkenkonstruktion und eine große Fensterfront einladend wirkt. Bautechnisch wurden Möglichkeiten für eine Saalteilung vorgesehen. Einen besonderen Akzent setzt eine große Bühne, die aus einem Teil des Kindergartengebäudes hochgezogen und integriert wurde. Über eine Treppenverbindung ist auch der Kindergarten mit dem Saal verbunden. Der Kostenumfang für das Gemeindehaus lag bei 1,4 Mio. DM, der Ausbau des Vorhauses bei 100.000 DM. Das Vorhaus stellt im Untergeschoss zwei Jugendräume mit Teeküche und Toiletten den beiden Pfadfinderstämmen zur Verfügung. Im Obergeschoss erleichtert eine nach arbeitstechnischen und rationellen Gesichtspunkten eingerichtete moderne Küche den Einsatz insbesondere bei großen Gemeindeveranstaltungen. Das gesamte Objekt ist behindertengerecht ausgestattet.

Die Baugenehmigung der Stadt Weinheim verlangte auch die Schaffung von 28 Parkplätzen, die mit dem Bau einer Garage 100.000 DM kosteten. Zusammen mit der Inneneinrichtung war damit das Gesamtkostenvolumen auf ca. 1,6 Mio. DM bei einer Gesamtgrundfläche von ca. 530 m² angewachsen. Ca. 40.000 DM muss die Kirchengemeinde jährlich für Zinsen und Tilgung der Darlehen abzahlen. Dass die veranschlagten Baukosten sogar unterschritten wurden, ist wohl in erster Linie der engagierten Eigenhilfe vieler Gemeindeglieder zu verdanken, die insbesondere bei der Baustellenvorbereitung und der Außengestaltung tatkräftig mit anpackten und damit "ihr Gemeindezentrum" mitbauten. Dass dieses Gemeindezentrum nicht zum Selbstzweck gebaut wurde, sondern die Gemeinschaft im Glauben stärken und zusammenführen soll, daran soll ein zur Einweihung vom Gemeindebauverein geschenktes Seidenmalereibild "Trinitatis" von Claire Calmette-Uhl erinnern.

Heute - nach 9 Jahren Erfahrung - darf festgestellt werden, dass das Gemeindezentrum angenommen wurde. Es gibt den vielfältigen Aktivitäten der Gemeinde Raum und ist zu einem Mittelpunkt des geselligen Gemeindelebens geworden: ein geräumiges und wohnliches Zuhause für alle Gemeindegruppen, eine Stätte der Begegnung, ein Raum, der bei einer sich ständig verändernden Lebens- und Kommunikationsform unserer Zeit das Gefühl der Gemeinsamkeit betont und bestärkt.

Quelle: Architekt

 
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Fax: 06201-590292
 
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